Die Kreisstadt Sigmaringen lockt als Urlaubsstandort in mancherlei Hinsicht. Weithin sichtbar thront das Schloß der Hohenzollern auf einem mächtigen, 35 m tief abfallenden Felsen. Es zeigt mit seinem heutigen Ausbau eindrucksvoll die geschichtliche Entwicklung von einer mittelalterlichen Burg zu einem fürstlichen Residenzschloß. Es ist seit 1535 Sitz des Grafen und späteren Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Die autofreie Innenstadt lädt zu einem Rundgang ein; die Gastronomie hat dort ihren besonderen Charme. In Richtung Osten liegt jener Teil der deutschen Donau, der als der schönste bezeichnet wird.

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Marktplatz
Zwar war die Verteidigungslage der Stadt günstig, aber keine der bedeutenden Straßen lief durch Sigmaringen. Aufgrund dieser schlechten Markt- und Verkehrslage konnte sich kein wirtschaftlich starkes Bürgertum entwickeln. Man versuchte mehrmals, die Sigmaringer Märkte ertragreicher zu gestalten. So erließ der Fürst Ende 18 Jh. verschiedene Abgabegelder und ermahnte die Bürger, Bequemlichkeiten für fremde Marktbesucher zu schaffen, um so den Wochenmarkt wieder in Gang zu bringen. Auch dies scheiterte. Noch 1800 lebten die meisten Bürger von der Landwirtschaft. Die Berufsausbildung war unzulänglich. Fast alles mußte vom Ausland eingeführt werden. Der Handel lag in fremden Händen.

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"Escalier Jean-Pierre de Fort"
Seit geraumer Zeit unterhält die Sigmaringer Feuerwehr freundschaftliche Beziehungen zur Wehr der Stadt Thann im Elsaß. Als einer der rührigsten französischen Freunde mit Vornamen Jean-Pierre die Wette gewann, die Stiege von der Schmiedgasse zur Strohdorfer Straße trotz seiner gewaltigen Körperfülle ungestreift zu erklimmen, verlieh der frühere Bürgermeister Rudolf Kuhn dieser offiziell die Bezeichnung "Escalier Jean-Pierre le fort" und ließ ein entsprechendes Schild anbringen.

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Das Rathaus mit dem ”Ritter Sigmar” und dem Marktbrunnen
Der Bau stammt aus dem Jahre 1927. Der Brunnen selbst steht im Mittelpunkt des Sigmaringer Fastnachtsbrauchtums. So werden am Fasnachtsdienstag die grünen, silbernen und goldenen Hochzeiter sowie seit kurzem auch die zugezogenen Ehemänner beim Spiel der Stadtkapelle und des Fanfarenzuges auf einer Stange um den Brunnen getragen. Die Bräutlinge werfen dabei Orangen, Würstchen, Bonbons und Brezeln in die närrische Menge. Dieser Brauch, "Bräuteln" genannt geht auf das Bräutlingsbaden zurück, bei dem junge Burschen in Brunnen und Bäche geworfen wurden.

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Vichy-Regierung in Sigmaringen
Sigmaringen war von September 1944 bis April 1945 Sitz der mit dem Dritten Reich kollaborierenden französischen Vichy-Regierung unter Staatspräsident Marschall Philipe Pétain. Nach der Landung am 6.Juni 1944 in der Normandie drangen die alliierten Streitkräfte schnell in das Herz Frankreichs vor. Die Wehrmacht trat den Rückzug an und mit ihr setzten sich auch die französischen Kollaborateure ab, die die Rache ihrer Landsleute fürchten mußten. Nach der Einnahme von Paris am 25.August suchten Marschall Pétain und Ministerpräsident Laval Kontakte zu den Gruppen der Résistance, zu de Gaulle und den Alliierten, die ihnen das politische Überleben sichern und Frankreich vor dem drohenden Bürgerkrieg bewahren sollten.

Die deutsche Regierung war aber keineswegs gewillt, den Spitzen der Vichy-Regierung das Paktieren mit dem Feind zu erlauben. Man war vielmehr davon überzeugt, daß die Räumung Frankreichs nur vorübergehend sei. Unter Anwendung von Gewalt wurde Marschall Pétain in Vichy abgeholt und zunächst an den provisorischen Sitz der französischen Regierung nach Ostfrankreich gebracht, später nach Sigmaringen. Der Aufenthalt der Vichy-Regierung in Sigmaringen erschöpfte sich allerdings im Dinieren, Diskutieren und Intrigieren. Am 22 April 1945 drangen französische Truppen ungehindert in die Stadt ein. Anhänger der Vichy-Regierung wurden erschossen. Marschall Pétain wurde zum Tode verurteilt, aber von de Gaulle begnadigt.

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