Rentierjäger und Pfahlbauern - 14000 Jahre Leben am Federsee

Seit der Steinzeit haben Menschen immer wieder die Ufer des Federsees aufgesucht, haben hier ihre Zelte, Hütten und später sogar mit Palisaden befestigte Dörfer errichtet. Jäger und Sammler, Fischer, Bauern - alle haben von der reichen Tier- und Pflanzenwelt profitiert.

Spuren ihres Lebens finden sich heute versunken im Moor: Tausende von Bauhölzern, Reste von feinen Leinenstoffen, Keramik und Schmuckstücke haben sich hier über Jahrtausende im feuchten Boden erhalten. Seit dem letzten Jahrhundert haben Archäologen diese Schätze geborgen, sorgfältig dokumentiert, archiviert und ausgewertet.

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Das Federsee-Museum
Viele dieser Funde sind im Federseemuseum, Zweigmuseum des Württembergischen Landesmuseums, in Bad Buchau ausgestellt. Gleich einem modernen Pfahlbau steht das Museum am Beginn des Federseesteges. Die 1995 eröffnete, neu konzipierte Schausammlung bietet einen umfassenden Einblick in 14000 Jahre Besiedlungsgeschichte des Federseebeckens. Die ältesten Spuren der Besiedlung stammen von späteiszeitlichen Jägern und Sammlern, die an der Schussenquelle ihr Lager aufschlugen. Wie Schlachtabfälle und Feuersteingeräte erahnen lassen, kamen sie hierher, um Rentiere zu erlegen. Erst in der Jungsteinzeit, als die Menschen Ackerbau und Viehzucht betrieben, errichteten sie auch feste Häuser. Ganze Dorfanlagen haben die Archäologen im Moor ausgegraben.

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Von Flachs und Fisch...
Reusen und Netzsenker, die man in den jungsteinzeitlichen Siedlungen gefunden hat, zeigen, daß neben Haustieren und Getreide auch Fisch eine wichtige Rolle in der Ernährung der Pfahlbauern spielte. Seit der Jungsteinzeit baute man auch Lein am Federsee an. Dabei nutzte man nicht nur die ölhaltigen Samen, sondern vor allem die Stengel, aus denen dünnstes Garn gesponnen wurde. Bei Alleshausen wurde vor wenigen Jahren eine Siedlung aus der späten Jungsteinzeit entdeckt, deren Bewohner sich wahrscheinlich sogar auf Flachsanbau spezialisiert hatten. Wie die Menschen damals Gewebe herstellten, zeigt das lebensgroße Modell eines Gewichtwebstuhles im Federseemuseum.

Sensationell sind die Scheibenräder aus Seekirch und Alleshausen, die zu den ältesten Wagenrädern der Welt zählen. Zahlreiche bronzene Schmuckstücke und glänzend schwarzpolierte Keramikgefäße sind typisch für die bronzezeitlichen Dörfer der Wasserburg Buchau und der Siedlung Forschner. Aus einem keltischen Weihefund, der eindrucksvoll die keltische Verehrung der Natur zeigt, stammt der schmiedeeiserne Kormorankopf, der zum Symbol des Museums wurde.

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