Die Burg Hornstein

Die Zucht- und Strafanstalt Hornstein
Die Ruine Hornstein, bei Bingen gelegen, hat in ihrer gut siebenhundertjährigen Geschichte vieles erlebt. Einen der interessantesten Abschnitte stellt sicher die Zeit als Zucht- und Strafanstalt dar. Deren Errichtung wurde 1818 von Fürst Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen verfügt. Nach einigen Umbauarbeiten öffnete sich am 14. Dezember 1818 das Zuchthaustor zum ersten Mal. Aus der Anstaltsordnung geht hervor, daß auch die Aufnahme von Irren in Hornstein vorgesehen war. 1847 übernahm dann das neu eröffnete Landesspital in Sigmaringen die Funktion als Landes-Irrenanstalt.

Nach dem Anschluß der Fürstentümer Hohenzollern an Preußen 1850 wurde die Zucht- und Strafanstalt Hornstein als preußische Einrichtung weitergeführt und erlebte in der Folgezeit einige Reformen: Zu Beginn des Jahres 1859 wurde aus ihr die "Straf- und Korrektionsanstalt für Männer". Weibliche Gefangene wurden in eine entsprechende Einrichtung nach Habsthal gebracht. Zehn Jahre später schloß auch die "Korrektionsanstalt für Männer" endgültig ihre Pforten, die Gefangenen kamen ebenfalls nach Habsthal.

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Ein Kreuzritter von der Burg Hornstein
Ritter Hermann von Hornstein lebte zur Zeit des Kaisers Barbarossa einsam und zurückgezogen auf Burg Hornstein. Seine Gattin war schon früh gestorben und sein Sohn Bruno wurde auf der Nellenburg zum Ritter herangebildet. Ab und zu besuchte Bruno die väterliche Burg. Doch ihn trieb mehr die aufsprossende Zuneigung zu Emma, dem lieblich erblühten Töchterlein des Nachbarschlosses Hertenstein. Der jungfrische Ritter ahnte nicht, daß sein eigener, noch rüstiger Vater ein Auge auf das Ritterfräulein geworfen hatte. Schließlich kämpfte Bruno als Ritter in dem Heereszug Barbarossas gegen Heinrich den Löwen.

Als er aus dem Krieg heimkehrte wollte er um Emmas Hand anhalten! Doch als er das heimische Schloß in der Abenddämmerung erreichte, sah er Emma zusammen mit einem Unbekannten. Die furchtbare Enttäuschung raubte ihm jede Überlegung, er zog sein Schwert und hieb den Unbekannten nieder, den er mit Entsetzen als den eigenen Vater erkannte. Voller Verzweiflung beschloß Bruno, im Kloster Beuron Mönch zu werden. Doch bald war ihm das Klosterleben zu eintönig und er entfloh eines Nachts. In einer Herberge erfuhr, daß sein Vater wieder genesen sei, ihn aber verstoßen habe.

So trat Bruno dem Heer bei, daß Kaiser Barbarossa zur Eroberung des Heiligen Landes aufstellte. 3000 Ritter sammelten sich bei Regensburg, die den Kaiser die Donau hinab begleiteten. Doch weder der Kaiser noch sein ständiger Begleiter, der Junker Bruno, sollten das siegreiche Ende des Kreuzzugs erleben: bei der Überquerung eines Flusses wurden beide von den Fluten fortgerissen und ertranken. Es war ihnen nicht vergönnt, Jerusalem zu erreichen.

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